Unterwegs in Porto mit frankie & lou oder: „Gibt’s das auch in Bio?“
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Das ist ein Gastbeitrag von Nadine Kopp von Koppiright Fotografie die mich bei meiner letzten Produktionsreise nach Porto begleitet hat. Danke liebe Nadine für die wunderschönen Fotos, es war so schön dich dabei zu haben!!

Anfang Januar durfte ich zusammen mit Leny, der Gründerin des Organicwear Labels frankie & lou, nach Portugal fliegen, um dort die neue Herbst/Winter Kollektion 2020/2021 zu finalisieren. Natürlich durfte ich auch ein paar tolle Bilder von der Reise mit nach Hause bringen.

Nach einem sehr frühen Flug (6:30 Uhr ist nun wirklich nicht meine Zeit), landeten wir im nebligen und regnerischen Porto. Von dort fuhren wir weiter nach Barcelos, einem Ort etwas außerhalb von Porto, der für seine Tradition der Textilherstellung bekannt ist.
Dort wurden wir sehr herzlich von Liliana begrüßt. Sie ist die zuständige Kundenbetreuerin für frankie & lou und kümmert sich um alles, was die Produktion und Verarbeitung der Kleidungsstücke angeht. Wer es noch nicht wusste: Leny kommt ursprünglich aus der Schweiz – genauso, wie Liliana. Und so switchten die beiden direkt auf Schweizerdeutsch um. Mein Gehirn benötigte erst einmal ein paar Minuten, bis es sich „reingehört“ hatte. Aber relativ schnell konnte ich dann wieder an den Gesprächen teilnehmen (hier noch ein kleiner Dank an mein Gehirn, dass es so schnell reagieren kann. 😊)

Zuerst besprachen wir noch offene Punkte zur aktuellen Spring/Summer Kollektion. Vor allem die Liefertermine waren für Leny von großer Wichtigkeit.

Dann ging es aber auch schon direkt zur neuen Herbst/Winter 2020/2021 Kollektion, die bereits in den Startlöchern steht. Leny hatte in Deutschland bereits die technischen Zeichnungen der Teile angefertigt, die sie in der neuen Kollektion haben möchte. Jetzt ging es also darum, die Stoffe für diese Teile auszuwählen…und das ist wirklich nicht so leicht, wie gedacht. Zwar gibt es die meisten Stoffe auch in Bio- und Organic-Qualitäten, aber wie das immer so ist – es gibt auch einige Stoffe, die man nicht in Bio bekommen kann. Allen voran ist es Cord, den es tatsächlich nicht in Bio-Baumwolle gibt. Das war ein ziemlich großer Dämpfer für Leny, denn Cord soll eine der Haupt-Materialien der neuen Kollektion sein.

Was mir bei der Auswahl der Stoffe besonders aufgefallen ist, ist dass Leny sehr viel Wert auf die Herkunft und die Qualität legt. Bei jedem Stoff, den Liliana ihr vorlegte, fragte sie deshalb: „Gibt’s den auch in Bio?“. Ich glaube, ich habe diese Frage 30 Mal gehört an diesem Tag.
Aber das zeigt ja auch, wie sehr Leny hinter ihren Teilen stehen möchte. Sie möchte aus ganzem Herzen sagen können: „Ja, das ist Bio-Baumwolle.“ Und daran kann ich absolut nichts falsches finden.

Nachdem wir die Stoffe ausgesucht hatten, durften wir die Produktionshalle besuchen. Für mich als Fotografin war das ein fantastischer Moment, denn ich durfte ALLES und jeden fotografieren.
Das zeigt mir, dass auch die Produktionsfirma nichts zu vertuschen hat und absolut transparent arbeitet. Uns wurde jede einzelne Maschine erklärt, die einzelnen Abläufe in der Produktion gezeigt und alle Mitarbeiter waren sehr freundlich und herzlich, auch wenn wir manchmal nicht die gleiche Sprache gesprochen haben. Ich hoffe, dass ich mit meinen Bildern genau dieses Gefühl transportieren kann:
Absolute Transparenz und ganz viele Menschen, die mit Herz an den Produkten arbeiten, um eine fantastische Kollektion zu schaffen. Allen voran Leny, die all ihre Zeit, Kraft und ihr Herz in diese tollen Kleidungsstücke steckt. Danke, dass ich dabei sein durfte und nun Kleidung mit ganz anderen Augen sehen kann.

Nachdem wir also den kompletten Tag in der Produktionsfirma verbracht hatten, gingen wir abends in Porto noch gemütlich essen und dann aber auch ziemlich schnell ins Bett. Ich war zu diesem Zeitpunkt 22 Stunden auf den Beinen und konnte keinen geraden Satz mehr herausbringen.

Am nächsten Morgen ging es direkt wieder zum Flughafen und ab nach Hause. Leny, der kleine Workaholic musste natürlich im Flugzeug direkt an der Kollektion weiter arbeiten, während ich versuchte, mir nicht anmerken zu lassen, dass der Flug einer der schlimmsten meines Lebens war. Wir hatten durchgängig Turbulenzen…mein absoluter Albtraum. 😊 Zum Glück haben wir aber gerade so überlebt.

Ich bin super dankbar für diese fantastische Erfahrung, die ich in diesen 24 Stunden machen durfte und hoffe, dass meine Bilder ein wenig zeigen können, wie wertvoll jedes einzelne dieser Kleidungsstücke ist.

Alles Liebe
Nadine

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